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Erste Massnahmen zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen

Per 1. Januar 2022 treten erste Massnahmen zur Kostendämpfung in der obligatorischen Grundversicherung (OKP) in Kraft.

Diese Massnahmen gehören zum ersten Paket, das Teil des Kostendämpfungsprogramms des Bundesrates ist, welches 2019 beschlossen wurde. Das Programm zielt darauf ab, den Kostenanstieg in der OKP und den Prämienanstieg zu bremsen. 

Eine der Massnahmen ist die Rechnungskontrolle durch die Patientinnen und Patienten. Bisher erhielten sie nicht systematisch eine Kopie der Rechnung, die an den Versicherer ging, insbesondere nicht von den Spitälern. Somit konnte man die Rechnung nicht kontrollieren. Künftig sind alle Leistungserbringer (Ärzte, Therapeuten, Spitäler etc.) gesetzlich verpflichtet, ihren Patienten unaufgefordert eine Kopie der Rechnung zuzustellen, die an den Versicherer geht. Wobei die Rechnungskopie auch elektronisch gesandt werden kann. Wird dies nicht eingehalten, können Sanktionen wie zum Beispiel Bussen verhängt werden.

Als eine weitere Massnahme sollen die Verbände der Leistungserbringer und die Verbände der Versicherer eine Tariforganisation für den ambulant-ärztlichen Bereich schaffen. Für den stationären Bereich existiert eine solche Organisation bereits. Heute kommt es bei den Tarifverhandlungen zwischen Leistungserbringern und Versicherern immer wieder zu Blockaden, und veraltete Tarife können nicht angepasst werden. Drei weitere Kostendämpfungsmassnahmen des ersten Pakets werden voraussichtlich auf den 1. Januar 2023 in Kraft treten.

Helfen Sie mit, Kosten zu sparen und prüfen auch Sie immer die Rechnungen Ihrer Leistungserbringer. Das ist nicht so schwierig, wie es auf den ersten Blick scheint. Auf der Startseite von www.agrisano.ch, unter «Gut zu wissen», findet sich eine Erklärung dazu. Wer zudem die Leistungsabrechnungen der Agrisano besser verstehen möchte, findet unter «Krankenkasse Grundversicherung/Informationen zur Grundversicherung» eine Beschreibung (Einfach erklärt: Leistungsabrechnung). Fragen zu den Abrechnungen beantworten auch gerne die landwirtschaftlichen Versicherungsberatungsstellen, die den kantonalen Bauernverbänden angegliedert sind, oder der Beratungsdienst der Agrisano in Brugg.

Christian Scharpf
Geschäftsleiter
Agrisano