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Generika sind günstiger und senken die Gesundheitskosten

Die Preisberechnung von Medikamenten ist komplex. Seit 2018 beruht die Preisüberprüfung auf einem Vergleich der Auslandspreise und einem therapeutischen Quervergleich.

Diese Vergleiche werden für die Preisfestsetzung je hälftig gewichtet. Jährlich wird ein Drittel der Arzneimittel auf der Spezialitätenliste überprüft (alle Medikamente auf der Spezialitätenliste werden von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vergütet). Das heisst, dass der Preis von jedem Medikament alle drei Jahre überprüft und allenfalls neu festgesetzt wird. Dieses System trägt dazu bei, die Gesundheitskosten zu dämpfen. Einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der Senkung der Gesundheitskosten erfüllen aber auch Generika.

Generika sind identisch mit dem Originalpräparat in Bezug auf die Wirkstoffe, die Dosierung und die Verabreichungsform. Wenn der Patentschutz eines Arzneimittels abgelaufen ist, darf ein Nachfolgemedikament (Generikum) hergestellt und vermarktet werden. Ein Generikum ist genauso wirksam, kostet aber weniger. Es wird von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) vergütet, wenn es weniger kostet als das Originalpräparat. Damit wird berücksichtigt, dass Generika keine Forschungs- und Entwicklungskosten verursachen. Auf der neutralen und unabhängigen Medikamentenplattform mymedi.ch lassen sich Medikamente und deren Preise vergleichen sowie Informationen zum Inhalt und zur Anwendung eines Medikaments abrufen.

Oft verschreiben Ärzte auch ein Co-Marketing-Arzneimittel. Das ist ein Medikament, das sich einzig und allein durch den Namen, der meistens sehr ähnlich zum Originalpräparat ist, und die Verpackung unterscheidet. Mit einem Co-Marketing-Arzneimittel dürfen die Hersteller Werbung betreiben, im Gegensatz zum Originalpräparat. Co-Marketing-Arzneimittel, die beworben werden, bezahlt die Grundversicherung nicht.

Wer ein Generikum verwendet, trägt aktiv dazu bei, die Gesundheitskosten zu dämpfen. Bei gewissen Medikamenten sind die Einsparungen enorm. Es besteht zwar eine Informationspflicht des verschreibenden Arztes, wenn es mindestens ein mit dem Originalpräparat austauschbares Generikum gibt. Trotzdem sollten Sie sich immer bei Ihrem Arzt oder in der Apotheke erkundigen, ob es zum verschriebenen Präparat Generika gibt.

Monika Veronesi
Leiterin Leistungen
Agrisano