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Gute Noten für die Schweizer Gesundheitsversorgung

Die Stiftung Commonwealth Fund befragt alle drei Jahre die Wohnbevölkerung in elf Ländern zu ihren Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem. Auch die Schweiz gehörte 2020 wieder dazu.

Von den hierzulande 2284 befragten Personen sind rund 88 Prozent der Ansicht, dass das Schweizer Gesundheitssystem gute bis sehr gute Leistungen erbringt. Die Schweiz liegt damit vor Norwegen und Deutschland auf dem ersten Rang.

Personen ab 65 Jahren beurteilen die Leistungen deutlich besser als jüngere Altersgruppen. Grössere Unterschiede in der Beurteilung gibt es auch in den einzelnen Sprachregionen: 91 Prozent der Befragten aus der Deutschschweiz bewerten die Leistungen des Gesundheitssystems als gut bis sehr gut, in der Romandie sind dies 86 Prozent, in der italienischen Schweiz 67 Prozent.

49 Prozent aller Befragten erachten es als ziemlich oder sehr schwierig, medizinische Versorgung am Abend, am Wochenende oder an Feiertagen zu erhalten. 29 Prozent besuchten in den letzten zwei Jahren mindestens einmal die Notaufnahme eines Spitals. Von diesen gaben 36 Prozent an, dass auch eine Hausärztin/ein Hausarzt die Beschwerden hätte behandeln können, wenn sie verfügbar gewesen wäre.

Neun von zehn Personen (91 Prozent) bezeichnen ihren Gesundheitszustand als gut, sehr gut oder ausgezeichnet. Mit dieser Bewertung liegt die Schweiz ebenfalls an der Spitze, zusammen mit Neuseeland und Australien. Gleichzeitig leiden über 49 Prozent an mindestens einer chronischen Erkrankung (zum Vergleich 2010: 44 Prozent). Dies betrifft 73 Prozent der älteren Personen ab 65 Jahren, bei den 18- bis 34-jährigen sind es 30 Prozent. Bluthochdruck, psychische Erkrankungen und Lungenkrankheiten sind die meistgenannten chronischen Krankheiten.

23 Prozent aller Befragten gaben ausserdem an, aus Kostengründen auf einen Arztbesuch, eine Behandlung oder ein Medikament verzichtet zu haben. Nebst Kostengründen hielten viele eine medizinische Behandlung nicht für nötig oder wollten abwarten. Es kann davon ausgegangen werden, dass in den letzten Jahren eine Sensibilisierung bezüglich der Kosten-Nutzen-Abschätzung stattgefunden hat.

Der Commonwealth Fund ist eine private, nicht-gewinnorientierte amerikanische Stiftung, die die Förderung gut funktionierender und effizienter Gesundheitssysteme und die Qualitätsverbesserung der Leistungen zum Ziel hat.

Christian Scharpf
Geschäftsleiter