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Hofhund beisst zu

Auf vielen Bauernhöfen ist der Hund nicht wegzudenken. Er bewacht das Hofareal, kündigt Besucher an oder hilft beim Treiben der Tiere.

Zum Glück kommt es nur in seltenen Fällen vor, dass der Hund sein Revier (zu) tatkräftig verteidigt und zubeisst. Schnell ist eine Hose zerrissen, unter Umständen klafft eine Wunde, welche genäht werden muss. Gemäss Gesetz (Art 56 Abs. 1 OR) haftet der Halter eines Tieres grundsätzlich für den von seinem Tier angerichteten Schaden. Kann er hingegen nachweisen, dass er alles getan hat, was in seiner Macht lag, um den Schaden abzuwenden, kann er sich von seiner Haftung befreien. Gelingt ihm dieser Befreiungsbeweis, muss er für den Schaden nicht oder nur teilweise aufkommen. An den Befreiungsbeweis bestehen hohe Anforderungen, zum Beispiel Warn-, Beaufsichtigungs- und Kontrollpflichten, und er gelingt nur in den wenigsten Fällen. Bei einem frei auf dem Areal umherlaufenden Hofhund ist somit von einer Haftung des Bauern auszugehen, sowohl für Personen- als auch für Sachschäden.

Verfügt der Bauer über eine Betriebshaftpflichtversicherung, deckt diese solche Schäden. Ist die Hundehaltung mehr oder ausschliesslich privater Natur, besteht Deckung über die Privathaftpflichtversicherung des Halters. Halter ist der derjenige, der die unmittelbare Kontrolle über das Tier ausübt. Geht die Nachbarin mit dem Hofhund spazieren und der Hund richtet dabei Schaden an, haftet sie. Ohne entsprechenden Versicherungsschutz muss sie die Schäden aus der eigenen Tasche bezahlen. Die Haftpflichtversicherung kommt nebst der Tierhalterhaftung für Schäden auf, die man Dritten zufügt. Somit zählen Haftpflichtversicherungen zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt und sind sehr zu empfehlen.

Die Berater der landwirtschaftlichen Versicherungsberatungsstellen, die den kantonalen Bauernverbänden angegliedert sind oder der Beratungsdienst der Agrisano in Brugg, sind Ihnen bei Fragen zum Versicherungsschutz gerne behilflich.

Nadia Barmettler
Agrisano Stiftung
Tel. 056 461 78 78