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Mengenausweitung versus Eigenverantwortung

Die Ausgaben für das Gesundheitswesen sind 2017 weiter gestiegen, jedoch weniger stark als im Vorjahr. Für das Jahr 2018 rechnet die Konjunkturstelle der ETH Zürich mit einem Anstieg von 2,8 Prozent der Gesundheitsausgaben.

Gemäss den eben publizierten provisorischen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) betrugen die Gesundheitsausgaben 82,5 Milliarden Franken. Das entspricht einem Wachstum von 2,6 Prozent (2016: 3,5 Prozent). Mit diesem Wachstum liegen die Gesundheitsausgaben unter dem durchschnittlichen Wachstum der letzten fünf Jahre von 3,4 Prozent. Da das Bruttoinlandprodukt (BIP) deutlich langsamer wuchs, erhöhte sich das Verhältnis der Gesundheitsausgaben zum BIP erneut, nämlich auf 12,3 Prozent (2016: 12,2 Prozent).

Für das Jahr 2018 rechnet die Konjunkturstelle der ETH Zürich (KOF) mit einem Anstieg von 2,8 Prozent der Gesundheitsausgaben. Für 2019 wird eine Zunahme von 3,7 Prozent erwartet – unter Berücksichtigung von etwas stärker steigenden Löhnen, einer wachsenden Anzahl von älteren Menschen, aber gleichzeitig wirksam werdenden politischen Massnahmen, um das Kostenwachstum zu bremsen. In den kommenden Jahren dürften sich die Kosten in den ambulanten Bereichen stärker entwickeln als in den stationären. Aufgrund der steigenden Anzahl pflegebedürftiger Menschen wird aber auch die Kategorie «Langzeitpflege» weiter zunehmen.

Für das Ausgabenwachstum im Gesundheitswesen ist insbesondere die Lohnentwicklung von Bedeutung. Als personalintensiver Sektor bewirken steigende Löhne im Gesundheitswesen höhere Kosten für gegebene Leistungen. Der Gesundheitssektor ist für die Schweizer Volkswirtschaft aber immer wichtiger geworden. 2017 arbeiteten (gerechnet in Vollzeitäquivalenten) 281 000 Menschen im Gesundheitswesen. Das entspricht 7,3 Prozent aller Beschäftigten in der Schweiz. Der Anteil des Gesundheitswesens an der gesamten Wertschöpfung stieg von 3,9 Prozent (1997) auf 5,4 Prozent (2016).

Wie hoch die Prämienrunde 2020 ausfallen wird, ist noch offen. Das Bundesamt für Gesundheit machte allerdings bereits eine erste Prognose und rechnet für das kommende Jahr mit einer durchschnittlichen Prämienerhöhung zwischen zwei und drei Prozent. Letztlich sind die steigenden Prämien ein Abbild der steigenden Gesundheitskosten, die vor allem darauf zurückzuführen sind, dass immer mehr medizinische Leistungen in Anspruch genommen werden. Die Prämien der Agrisano sind seit jeher vergleichsweise günstig. Grund dafür ist insbesondere das eigenverantwortliche Handeln der landwirtschaftlichen Bevölkerung, auf deren Bedürfnisse und Interessen die Angebote der Agrisano ausgerichtet sind. Die Bauern und Bäuerinnen gehen erst dann zum Arzt, wenn es wirklich nötig ist.

Patrik Hasler-Olbrych
Leiter Marketing & Kommunikation
Agrisano
Tel. 056 461 71 11