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Prämien 2020: Eigenverantwortung wird bestraft

Aktuell summieren sich die Gesamtausgaben im Schweizer Gesundheitswesen auf weit über 80 Milliarden Franken. Davon entfallen 30 Milliarden auf die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP).

360 Millionen Franken hat allein die Agrisano Krankenkasse AG im 2018 für Leistungen in der OKP bezahlt. Weitere 54 Millionen Franken musste sie in den Risikoausgleich einzahlen. Im Vergleich zum Vorjahr sank dieser Beitrag zwar leicht, ebenso ihr Verwaltungsaufwand, den Leistungserbringern (Spitäler, Ärzte, Labore etc.) musste die Agrisano im Vergleich zum Vorjahr aber 10 Millionen Franken mehr bezahlen.

In diesem und nächsten Jahr prognostiziert die Konjunkturforschungsstelle einen weiteren Anstieg der Gesundheitsausgaben. Ein Ende ist nicht in Sicht. So geht auch Santésuisse, der Branchenverband der Krankenversicherer, davon aus, dass die Kosten im 2020 ansteigen werden. Das wird die Prämienzahler erneut belasten. Grund ist vor allem, dass die Kosten für ambulante Behandlungen in Spitälern als auch in Arztpraxen erneut zugenommen haben. Zudem liegt die Teuerung im Gesundheitswesen höher als in anderen Bereichen. Ferner beziehen die Versicherten immer mehr Leistungen. Zum Leidwesen der Agrisano Versicherten. Denn die landwirtschaftliche Bevölkerung geht nur dann zum Arzt, wenn es wirklich nötig ist. Dieses eigenverantwortliche Handeln wird immer stärker vom Risikoausgleich torpediert. Im 2020 verfeinert der Bund den Risikoausgleich erneut. Erstmals wird der Indikator «Pharmazeutische Kostengruppe» in die Berechnung aufgenommen. So sollen Unterschiede in der Versichertenstruktur der einzelnen Kassen noch besser ausgeglichen werden. Oder im Umkehrschluss: Kassen wie die Agrisano bzw. deren Kollektiv werden für ihr eigenverantwortliches Handeln bestraft. So wird auch die Agrisano nicht umhinkommen, die Prämien im 2020 anzupassen.

Bis zum 31. Juli müssen die Krankenkassen ihre Prämien 2020 dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) einreichen. Das gilt auch für die Agrisano Krankenkasse AG, deren Verwaltungsrat vor wenigen Tagen die neuen Prämien festgelegt hat. Diese dürfen aber erst im Herbst veröffentlicht werden, wenn sie das BAG genehmigt hat. Es ist mit einem Prämienanstieg von durchschnittlich 3 Prozent zu rechnen. Die Anpassungen werden allerdings je nach Franchise, Versicherungsmodell und Region prozentual unterschiedlich ausfallen. Da wohl auch die anderen Krankenkassen ihre Prämien anpassen müssen, wird die Agrisano in vielen Regionen der Schweiz trotz angemessener Prämienerhöhungen nach wie vor zu den günstigsten Kassen zählen – insbesondere, weil die Prämien der Zusatzversicherungen unverändert bleiben.

So entscheiden sich immer mehr Menschen für die bäuerliche Kasse. Kontaktieren auch Sie unsere Regionalstellen, die bei den kantonalen Bauernverbänden angegliedert sind. Unsere Berater, die sich in Versicherung und Landwirtschaft bestens auskennen, erstellen Ihnen gerne eine Offerte.

Christian Scharpf
Geschäftsleiter
Tel. 056 461 71 11