Inhalt - Gewinner 2015

Von links: Christian Scharpf (Geschäftsführer Agrisano Stiftung), Christine Bühler (Jurypräsidentin), Ruth Buchwalder (Vorstand Bäuerliches Sorgentelefon), Pfarrer Lukas Schwyn (Präsident BST) und Fritz Schober (Präsident der Agrisano Stiftung).

Bäuerliches Sorgentelefon ausgezeichnet

Anlässlich der Landwirtschaftskammer, die heute in Bern tagte, wurde zum ersten Mal der Prix Agrisano vergeben. Gewinner ist das Bäuerliche Sorgentelefon – ein Angebot für alle in der Landwirtschaft tätigen Menschen in schwierigen Situationen.

«Wir haben uns für das Bäuerliche Sorgentelefon entschieden, weil diese Organisation seit vielen Jahren ein wichtiges soziales Angebot in der Landwirtschaft ist», sagte die Prix Agrisano-Jurypräsidentin Christine Bühler in ihrer Laudatio anlässlich der Preisübergabe in Bern. Diese fand im Rahmen der Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbandes statt. Rund 130 bäuerliche Vertreter aus der ganzen Schweiz waren zugegen.

Der Entscheid sei der Jury nicht leicht gefallen, meinte Christine Bühler. «Es wurden einige sehr interessante Kandidaten für den Prix Agrisano angemeldet.» Dass der Entscheid letztlich auf das Bäuerliche Sorgentelefon fiel, freute dessen Präsidenten Lukas Schwyn, der als Pfarrer in Signau tätig ist, umso mehr: «Dank diesem grosszügigen Beitrag können wir wieder sorgenfrei in die nahe Zukunft blicken», sagte er und nahm gemeinsam mit Vorstandsmitglied Ruth Buchwalder und unter Beifall der Landwirtschaftskammer den Scheck über 20‘000.- Franken entgegen. Überreicht wurde dieser von Fritz Schober, dem Präsidenten der Agrisano Stiftung, sowie von deren Geschäftsführer Christian Scharpf.

«Der Prix Agrisano ist eine Anerkennung und Wertschätzung für die Arbeit, die etliche Mitarbeitende seit Jahren im Stillen leisten», betonte der Signauer Pfarrer. Diese Anerkennung konnte er noch am gleichen Tag persönlich seinem Team überbringen, das just am Tag der Preisverleihung in Winterthur zu einer Weiterbildung zusammengekommen ist. Solche Weiterbildungen sind nötig. Denn das bäuerliche Sorgentelefon hilft bei den verschiedensten Fragestellungen – sei es bei Konflikten in der Beziehung oder in der Familie, bei Fragen rund um den Betrieb wie auch bei gesundheitlichen oder finanziellen Problemen. Die Mitarbeitenden des Sorgentelefons hören zu, geben Rückhalt und zeigen mögliche Lösungswege auf. Sie vermitteln auch Adressen von Fachstellen, die bei Bedarf weiterhelfen. «Eine für die bäuerliche Bevölkerung wesentliche Hilfe », betonte Christine Bühler in ihrer Laudatio. Und Fritz Schober sagte: «Gerade in der Landwirtschaft wird sehr viel im sozialen und uneigennützigen Bereich geleistet. Diese unauffälligen Leistungen verdienen eine Anerkennung und Wertschätzung.» Hier setzt der Prix Agrisano an, der ein soziales, uneigennütziges, im Stillen wirkendes Engagement in der Landwirtschaft würdigt.

Das Bäuerliche Sorgentelefon besteht schon seit 1996 und wird jeweils am Montagmorgen und am Donnerstagabend bedient. Alle Mitarbeitenden stammen aus dem bäuerlichen Umfeld, kennen sich also mit den spezifischen Verhältnissen in der Landwirtschaft aus. Zurzeit sind neun Mitarbeitende abwechselnd für den Telefondienst zuständig. Sie sind seit Jahren dabei, arbeiten ehrenamtlich und bilden sich kontinuierlich weiter, um ihre Fähigkeiten in der Beratung zu verbessern. Die kostenlose Beratung ist absolut anonym, die Mitarbeitenden gehen sehr sorgfältig mit den anvertrauten Aussagen um. Frauen rufen etwas häufiger an als Männer, am meisten vertreten ist die Altersgruppe zwischen 50 und 59 Jahren. Am häufigsten werden Familien- und Beziehungsprobleme thematisiert, Hilfe bei finanziellen Problemen ist etwas weniger gefragt.