Inhalt - Gewinner 2017

Von links: Francis Egger, Präsident der Agrisano Stiftung, Christine Bühler, Jury-Präsidentin, Pierre-André Schütz, Preisträger in der Kategorie natürliche Personen, Lydia Fässler-Ulmann, Berta Amgarten, Annemarie Wyrsch und Inge Schmid vom Bäuerlichen Sorge-Chrattä, Preisträgerinnen in der Kategorie juristische Personen; (im Hintergrund von links) Ueli Tobler, Mitglied der Jury, Christian Scharpf, Geschäftsführer der Agrisano Stiftung.

Uneigennütziges Engagement für Bauern in Not ausgezeichnet

Am 28. April 2017, anlässlich der Landwirtschaftskammer in Bern, wurde der Prix Agrisano zum zweiten Mal vergeben. Der Verein «Bäuerlicher Sorge-Chrattä» und Pastor Pierre-André Schütz wurden für ihr uneigennütziges und soziales Engagement geehrt.

Erstmals wurde der Prix Agrisano in zwei Kategorien vergeben: natürliche und juristische Personen. «Wir haben uns für den Verein «Bäuerlicher Sorge-Chrattä» und für Pastor Pierre-André Schütz entschieden, weil sie sich seit vielen Jahren für Bauern in Not einsetzen», sagte die Prix Agrisano-Jurypräsidentin Christine Bühler in ihrer Laudatio anlässlich der Preisübergabe in Bern. Diese fand im Rahmen der Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbandes statt. Rund 100 bäuerliche Vertreter aus der ganzen Schweiz waren zugegen.

Der Entscheid sei der Jury auch bei der zweiten Vergabe nach 2015 nicht leicht gefallen, meinte Bühler. «Es wurden einige sehr interessante Kandidaten für den Prix Agrisano angemeldet.» Dass der Entscheid in der Kategorie natürliche Personen letztlich auf Pierre-André Schütz fiel, freute den 68-jährigen Pastor und Seelsorger umso mehr. «Mit dieser Ehrung hätte ich nie gerechnet», sagte der ehemalige Landwirt aus Autavaux, als ihm der mit 5‘000 Franken dotierte Prix Agrisano überreicht wurde. «Dieser Preis ermutigt mich», fuhr er fort. Schütz selbst ermutigt seit Jahren Bauern in Not und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite ‒ Menschen, die nicht mehr weiter wissen, die mit etwaigen Sorgen beladen sind. Der 68-Jährige kennt diese Not aus eigener Erfahrung: Mit 51 erlebte er ein Burnout, worauf er sein Leben völlig umkrempelte: Er studierte Theologie und engagierte sich fortan als Pastor und Seelsorger - seit Januar 2016 im Auftrag des Waadtländer Landwirtschaftsministeriums für Bauern in Not. Aktuell betreut er über 80 Familien. All deren Sorgen sind für ihn nicht leicht zu tragen. Deshalb habe auch er einen Seelsorger, einen besten Freund, wie er ihn nennt. «Er hilft mir, die Last zu tragen.»

Ihre Sorgen loswerden können Bauern auch beim Sorge-Chrattä mit Sitz in Appenzell Steinegg. Die vier Frauen Lydia Fässler-Ulmann, Berta Amgarten, Inge Schmid und Annemarie Wyrsch haben diesen Verein vor über zehn Jahren gegründet. Seither bieten sie Bauernfamilien in Not ihre Unterstützung an. «Dieses uneigennützige Engagement im deutschsprachigen Raum hat überzeugt», sagte Jurymitglied Ueli Tobler in seiner Laudatio und überreichte den vier Frauen den mit 15‘000 Franken dotierten Prix Agrisano in der Kategorie juristische Personen. «Wir sind hoch erfreut darüber», sagte Geschäftsführerin Lydia Fässler-Ulmann, die sich mit Herzblut für bedürftige Bauern einsetzt. Viele Bauernfamilien, die in Not sind, rufen sie an. Die Gespräche sind oft lange. «Sie wollen ihre Sorgen loswerden, da ist es wichtig zuzuhören», sagte sie. Das Engagement der vier Frauen geht aber über das Zuhören hinaus. Sie sammeln auch Geld für Bedürftige. «Bereits ein Paket mit selbstgestrickten Socken, Mützen oder Pullis kann viel bewirken», erklärte Inge Schmid. Und der Präsident der Agrisano Stiftung, Francis Egger, betonte an dieser Stelle: «Diese unauffälligen Leistungen verdienen eine Anerkennung und Wertschätzung. Denn gerade in der Landwirtschaft wird sehr viel im sozialen und uneigennützigen Bereich geleistet.» Hier setzt denn auch der Prix Agrisano an, der ein solches Engagement in der Landwirtschaft würdigt.