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Umweltabgaben – der Abzug auf der Prämienrechnung

2022 wird die Schweizer Bevölkerung wiederum Geld aus den Erträgen der Umweltabgaben erhalten: pro Kopf sind das 88.20 Franken.

Für die Verteilung der Umweltabgaben sorgt das Bundesamt für Umwelt via Krankenversicherer. Damit wird sichergestellt, dass alle Einwohner von der Rückverteilung profitieren, denn die Grundversicherung ist für alle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz obligatorisch.

Ein Teil des Geldes stammt aus der CO2-Abgabe auf fossilen Brennstoffen wie Heizöl oder Erdgas, die einen bedeutenden Teil der klimaschädigenden CO2-Emissionen in der Schweiz verursachen. Der andere Teil basiert auf der VOC-Abgabe. Die flüchtigen organischen Verbindungen werden zum Beispiel für die Reinigung von Metallen oder in Farben und Lacken eingesetzt und sind unter anderem mitverantwortlich für die hohen Ozonwerte im Sommer. Diese beiden Lenkungsabgaben sind marktwirtschaftliche Instrumente zur Umsetzung der Umweltpolitik. Indem der Bund Abgaben auf umweltbelastende Stoffe erhebt, schafft er einen Anreiz, sparsamer damit umzugehen. Wer wenig solche Stoffe verbraucht, erhält unter dem Strich mehr zurück, als er an Abgaben bezahlt hat – und schont erst noch die Umwelt. 

Die CO2-Abgabe wird anteilmässig an Bevölkerung und Wirtschaft verteilt, die VOC-Abgabe vollumfänglich an die Bevölkerung. Insgesamt erhält die Bevölkerung 768 Millionen Franken (653 Millionen Franken aus der CO2-Abgabe und 115 Millionen Franken aus der VOC-Abgabe). Auch die Agrisano wird ihren Versicherten den Betrag von 88.20 Franken auf der Prämienrechnung 2022 für die obligatorische Krankenpflegeversicherung in Abzug bringen. Die Rückerstattung erfolgt pro rata, das heisst, gemäss der gewünschten Zahlungsart.

Christian Scharpf
Geschäftsleiter
Agrisano