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Verunfallte Tiere auf der Alp – wer bezahlt den Rettungsflug?

Pünktlich wie jedes Jahr kehren Kühe, Rinder und andere Nutztiere auf die Alp zurück. Und auch in diesem Jahr werden Tiere erkranken oder durch das Einwirken von Naturgewalten oder durch fehlende Einzäunung verunfallen.

Oft geht es darum, das Tier schnellstmöglich ins Tal zu bringen. Im schlimmsten Fall muss das Tier tot geborgen werden. Die Bergung ist in unwegsamen Gebieten kompliziert, häufig sind dazu Rettungsflüge mit einem Hubschrauber notwendig. Dabei stellt sich die Frage: Müssen die Flugkosten aus der eigenen Tasche bezahlt werden oder kommt eine Versicherung dafür auf?

Wenn ein Tier vom Blitz getroffen wird oder beispielsweise infolge eines schweren Unwetters über einen Felsen stürzt, übernimmt die Feuer- und Elementarversicherung des Tiereigentümers die gesamten Rettungs- und allenfalls Entsorgungskosten, also inklusive allfälliger Flugkosten. Dies gilt jedoch nur, wenn zum fraglichen Zeitpunkt ein Elementarereignis registriert wurde (z.B. Sturmböen über 75 km/h oder Blitzeinschläge). Die Deckung gilt ganzjährig auf dem Betrieb und während der Sömmerung auf der Alp. Rindvieh kann auch über die Viehversicherung (sofern vorhanden) oder über eine Tierversicherung bei einer privaten Gesellschaft versichert werden. Die Kosten für den Abtransport oder die Entsorgung der Tierkadaver sind in der Regel jedoch nur über eine spezielle Zusatzversicherung gedeckt.

Als Tiereigentümer lohnt es sich, die Rega-Gönnerschaft «Landwirtschaft» oder die «Familiengönnerschaft» für CHF 80.00 abzuschliessen. Denn falls Versicherungen oder andere leistungspflichtige Dritte für die Kosten der Bergung von verletzten, erkrankten oder toten Nutztieren (auch Kleintiere wie Schafe, Ziegen, Maultiere usw.) nicht oder nur teilweise aufkommen, kann die Rega die Kosten erlassen für den Flug bis zur nächsten Strasse oder dem nächsten Platz, die mit einem anderen Transportmittel erreichbar sind.

Wer Tiere sömmert tut gut daran, seine Versicherungssituation durch einen Fachmann überprüfen zu lassen. Die Berater der landwirtschaftlichen Versicherungsberatungsstellen, die den kantonalen Bauernverbänden angegliedert sind, oder der Beratungsdienst der Agrisano in Brugg sind Ihnen dabei gerne behilflich.

Thomas Hauri
Agrisano Stiftung