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Die andere Medizin
Schulmedizin, Alternativ- und Komplementärmedizin. Wo liegen die Unterschiede, welche Leistungen trägt die Grundversicherung und wann ist eine Zusatzversicherung sinnvoll?
Schulmedizin wird an Hochschulen gelehrt und ist wissenschaftlich anerkannt. Demgegenüber spricht man im Zusammenhang mit nichtkonventionellen Heilmethoden von Alternativ- und Komplementärmedizin.
Alternativmedizin
Laut Bundesamt für Gesundheit BAG ist dies ein Sammelbegriff für Heilkunde, die auf anderen als naturwissenschaftlich begründeten Erkenntnissen aufbaut. Sie versteht sich als Alternative zur Schulmedizin, beziehungsweise als Ersatz dafür.
Komplementärmedizin
Hierbei handelt es sich um nichtkonventionelle Heilmethoden, die ergänzend zur Schulmedizin eingesetzt werden. Komplementärmedizin hat zum Ziel, die Wirkung schulmedizinischer Behandlungen zu unterstützen oder Nebenwirkungen zu lindern. Zum Beispiel zur Begleitung einer Krebs- oder Schmerztherapie.
Obligatorisch versichert (OKP)
Manche Ärztinnen und Ärzte verfügen nicht nur über einen Facharzttitel, sondern auch über eine komplementärmedizinische Weiterbildung (Artikel 4b der Krankenpflege-Leistungsverordnung [KLV]). In diesem Fall übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten der ärztlichen Leistungen in Bereichen wie anthroposophische Medizin, Homöopathie, Phytotherapie, Akupunktur und Arzneimitteltherapie der traditionellen chinesischen Medizin.
Für individuelle Bedürfnisse
Im Rahmen der Zusatzversicherung AGRI-spezial werden anteilsmässig Leistungen vergütet, die von nichtärztlichen Therapeutinnen und Therapeuten erbracht werden. Voraussetzung ist, dass ihre Behandlungsmethode von der Agrisano anerkannt ist und sie im entsprechenden ErfahrungsMedizinischen Register (EMR) registriert sind. Kantonal approbierte Naturärztinnen und -ärzte sind ihnen gleichgestellt. Wer schwerpunktmässig auf Alternativ- und Komplementärmedizin setzt, sollte allenfalls ergänzend zu AGRI-spezial noch AGRI-natürlich abschliessen. Im Rahmen dieser Zusatzversicherung werden mehr Leistungen anteilsmässig vergütet. Zudem unterscheiden sich die Verzeichnisse. Wer sich für eine bestimmte Methode interessiert, sollte vor Abschluss der Zusatzversicherung klären, ob diese die gewünschte EMR-Methode beinhaltet.
Fachpersonen finden
Die Online-Plattform des ErfahrungsMedizinischen Registers (EMR) gibt Orientierung. Sie können nach Sprache, Methode, Wohnortnähe und Öffnungszeiten filtern. Informativ sind auch die Beschreibungen zu rund 200 Behandlungsmethoden und Berufsabschlüssen der EMR-zertifizierten Fachpersonen. Je nach Art der Zusatzverischerung unterscheiden sich die Verzeichnisse bzw. die anerkannten Methoden:
Anerkannte Qualifikation
Das EMR ist ein Geschäftsbereich der Eskamed AG. Rund 26 000 Therapeutinnen und Therapeuten sind mit dem EMR-Qualitätslabel ausgezeichnet. Ihre Qualifikation in der Alternativ- und Komplementärmedizin wird laufend überprüft. Unter anderem müssen die Fachpersonen über eine abgeschlossene Ausbildung sowie umfangreiche fachliche Kompetenzen verfügen – und strafrechtlich unbescholten sein. Praktische Erfahrung mit Patientinnen und Patienten sowie regelmässige Fortbildungen sind weitere Voraussetzungen, die jährlich zu belegen sind.